Hintergründe und Historisches

Informationen zur Robbenjagd 1904

Das Fell der nördlichen Seebären galt schon immer als besonders wertvoll, doch die Jagd im großen Stil etablierte sich erst, als im späten 18. Jahrhundert die großen Seebärenkolonien im Nordpazifik entdeckt wurden. Während sich die Robben im Winter zerstreuten, konnten die Jäger im Sommer einfach an den Inseln anlegen und problemlos Tausende von Robben abschlachten. Die Pelzrobbenbestände auf den Pribiloffinseln und anderen Rookeries sanken rapide. 1873 wurden die Inseln unter Schutz gestellt und das Jagen dort verboten.

Doch 1878 wurden die Wanderrouten der Robben entdeckt und die Pelzjäger der USA und Kanada begannen die Tiere auf See zu jagen, indem sie die großen Robbenherden auf ihrer jährlichen Wanderung nach Norden abfingen.
Im Gegensatz zum Erschlagen der Tiere an Land war die Jagd auf hoher See gefährlich und schwierig. Zahllose Fangboote gingen in den Nebelbänken der Beringsee oder plötzlich aufkommenden Stürmen verloren. Auf der anderen Seite lockten immense Gewinne.

1904 wurde für ein Robbenfell an der Londoner Börse USD 20 bezahlt. Die Jäger bekamen ungefähr USD 2 pro Fell. An guten Jagdtagen konnte ein Jäger bis zu 50 Robben schießen.
Zum Vergleich: ein Matrose verdiente USD 30 im Monat.

In manchen Jahren wurde über 100.000 Robben geschlachtet, die Tiere waren vom Aussterben bedroht. Schließlich verboten die Amerikaner 1897 den Robbenfang auf See für alle ihre Staatsbürger. Allerdings liefen bis 1911 noch jedes Jahr Fangschiffe aus Victoria (Vancouver Island, Kanada) aus.

1904 segelte einer der berühmt-berüchtigtsten amerikanischen Robbenjäger, Alexander MacLean, unter falscher Flagge ins Beringmeer und wilderte auf Copper Island.
Zu dieser Zeit tobte der russisch-japanische Krieg und er glaubte, die Rookeries wären deshalb nicht so gut bewacht. Ein Irrtum. Ein Patrouillendampfer stöberte ihn auf und bei der Flucht verlor er einen Mann.

 

Deckansicht der 'Californian' , die als Vorbild für die 'Victory'' diente.
Der 2-Mast Schooner liegt in San Diego und noch heute können Fahrten gebucht werden.

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